21.01.2018

Sonntag, 21. Januar 2018, 11 Uhr
im Café PARKS (Nürnberger Stadtpark), Berliner Platz 9, 90409 Nürnberg

Zwischen »Biologismus« und »Gender-Wahn«?
Geschlechterverhältnisse zwischen biologischer und sozialer Identität

Forum der heißen Debatten [FhD] :
Podium und Diskussion mit Prof. Dr. Susanne Bruckmüller und Prof. Dr. Eckart Voland

Thema:

Wissenschaftliche Fragen zu Geschlecht und Gender erscheinen oft untrennbar mit politischen Fragen verknüpft. Denn Konservative begrüßen biologische Erklärungen für die Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen oft als Bestätigung ihres Weltbildes. Und Progressive sehen sozialwissenschaftliche Erklärungen für Geschlechtsunterschiede gern als Beweis für die Veränderbarkeit gesellschaftlicher Verhältnisse.

Diese politische Polarisierung belastet das Verhältnis der betroffenen Disziplinen aus den Bio- und Sozialwissenschaften und macht die Diskussion über Fächergrenzen hinweg schwierig. Kann Verständigung und Austausch dennoch gelingen? Oder ist ein Konflikt der Erklärungsansätze unvermeidlich? An diesem Termin diskutieren eine Sozialpsychologin und ein Soziobiologe über die Blickwinkel ihrer beiden Forschungsrichtungen auf Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

Susanne Bruckmüller leitet seit diesem Semester den Lehrstuhl für Sozialpsychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. In ihren Studien untersucht sie soziale Wahrnehmung, Kommunikation und Macht, insbesondere wie über Gruppenunterschiede gedacht und gesprochen wird und welche Wirkung dies gesellschaftlich hat. So erforscht sie, welche Unterschiede uns überhaupt relevant erscheinen, auf welche Weise stereotype Vorstellungen über Männer und Frauen einer individuellen Einschätzung von Individuen im Wege stehen und wie das Reden über Gruppenunterschiede gesellschaftliche Privilegien und Stigmatisierungen reproduziert.

Eckart Voland ist emeritierter Professor für Philosophie der Biowissenschaften in Gießen und Autor mehrerer Sach- und Fachbücher über Soziobiologie. In Bezug auf die Geschlechterdifferenz möchte er die Einsicht fördern, dass der Einfluss der sozialen Umwelt nicht unabhängig von der menschlichen Natur beschrieben werden kann, auf die sie wirkt. Aus seiner Sicht ändert sich menschliches Verhalten zwar oft durch soziale Einflüsse, doch die Regeln, nach denen dies geschieht, sind evolutionär entstanden und daher selbst nicht durch die Gesellschaft beeinflussbar. Er wirbt daher dafür, das Wechselspiel zwischen Natur und Kultur in ein modernes, aufgeklärtes Menschenbild zu integrieren.

Website Prof. Dr. Susanne Bruckmüller: Link.
Website Prof. Dr. Eckart Voland: Link.

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